Ich war heute in der Fußgängerzone einer Kleinstadt unterwegs und wurde angesprochen: ob ich denn etwas für den Tierschutz tun wolle. Ein Tisch, nichtssagende Prospekte mit niedlichen Katzenbildern - alles Tiere denen angeblich die Todesspritze oder gar ein grausames Ende als Versuchstier drohe, wenn nicht für deren Unterhalt gespendet würde. Natürlich gehe das Geld an Tierheime. Was oft verborgen wird: Es handelt sich nicht um Spenden, sondern um eine Mitgliedschaft als rechtloses Fördermitglied. Stimmberechtigt sind zumeist nur sehr wenige "Mitglieder", die in dem "Verein" dann auch noch die Vorstandspositionen inne haben.
Diese "Spendenaktionen" in Fußgängerzonen sind dubios. Zumeist geht es um eine Mitgliedschaft in merkwürdigen Vereinen, bei denen man als Mitglied keinerlei Rechte hat - schon gar nicht das, die Verwendung der Gelder zu kontrollieren.
Auf meine Absage hin, ich wollte nicht Mitglied werden, bekam ich als Antwort eine rein rhetorische Frage:
"Sind Sie denn gegen den Tierschutz?"
Nein. Das bin ich nicht. Ich bin aber dagegen, dass hier die Hilfe - angeblich für die Tiere - durch solche Methoden "eingeworben" wird. Wenn man dann genauer hinschaut finden sich schnell weitere Merkwürdigkeiten: Oft sind es regelrechte Drückertruppen. Die gleichen, die in anderen Jahreszeiten mit ähnlich miesen Tricks Zeitschriftenabbos an der Haustür verkaufen. Seriöse Vereine würden niemals solche Drückerbanden mit dem Gewinnen von Mitgliedern beauftragen.
So wundert es auch nicht, dass die Argumente austauschbar sind: "Sind Sie denn gegen den Tierschutz?" ist austauschbar gegen "Sind Sie denn gegen den Kinderschutz?" oder gar "Sind Sie etwa für den Kindermissbrauch?" Ich bin mir sicher, wer so argumentiert, der hat nur eines im Auge: das Geld der angesprochenen. Kinder, Tiere, Umwelt- das ist denjenigen, die hier Spenden oder Beiträge.
Was können Hereingefallene tun?
Oft besteht die einzige Tätigkeit des Vereines daraus, die Mitgliedsbeiträge per Lastschrift von Ihrem Konto einzuziehen. Sollten Sie in einem seriösen Verein Fördermitglied geworden sein, dann wird Ihnen spätestens auf Nachfrage die Mittelverwendung genauestens offengelegt. Und Sie können auch bei den Empfängern nachfragen ob die Mittel dort ankamen. Wird Ihnen diese Auskunft nicht gegeben, dann können Sie schon annehmen, dass die Mittel für anderes verwendet wurden: Zum Erhalt des nächstbesten Ferrari- Händlers zum Beispiel.
Das genau wollten Sie eigentlich nicht? Kündigen Sie die Vereinsmitgliedschaft wegen arglistiger Täuschung! Fristlos. Lassen Sie über die Bank eingezogene Beträge zurückbuchen. Damit, dass bereits gezahlte "Beiträge" zum Kinder-, Tier- oder Umweltschutz schon für "Schnaps, Autos und Zigaretten" ausgegeben wurden, werden Sie sich zwar nicht abfinden müssen, aber den oder die Mitgliedsbeiträge über die Gerichte wieder haben zu wollen bedeutet, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.
Andere Erscheinungsformen
Regelrecht frappierend ist, dass sich immer wieder Übeltäter hinter der Maske von Wohltätern verstecken. Denen steckt scheinbar der Betrug und die Lüge regelrecht in den Knochen. Nehmen wir zum Beispiel Mario Dolzer, der vor dem LG und OLG Frankfurt nicht zu Unrecht als "Dialerparasit" durchging (und wegen der Verwendung dieses Begriffes auch gegen mich erfolglos klagte.) Der nannte seinen Trojaner allen Ernstes "Sozialtool" und behauptete gar, er tue mit seinen Sex-Seiten etwas für den Schutz von Kindern. Sein Anwalt Andreas Neuber - bekannt als Abmahngauner - schrieb dem LG Kassel, Mario Dolzer habe einer Kinderschutzorganisation den Erlös einer Versteigerung zukommen lassen wollen.
Versteigert wurde eine Flasche heißer Luft. Es interessiert den Autor nicht die Bohne, ob diese Lüge auf dem Mist von dem Gauner mit oder ohne Anwaltskarte gewachsen ist.
Der Autor ist jedenfalls begründet kritisch, wenn sich ihm jemand als selbstloser Held des "Was-auch-immer-Schutzes" präsentiert. Zu oft entpuppten sich solche Helfer als Lügner und Betrüger.