Abzocke Leiharbeit

Diskutiere Abzocke Leiharbeit im Abzocke Forum im Bereich Abzocke und Betrug: Die Abzocker - Das sind Ihre Tricks; Warum auch immer fällt mir in letzter Zeit das Wort LEIHARBEIT ins Auge. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, einfach mal einen Eintrag aus ...

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  1. #1
    Forbite

    Daumen runter Abzocke Leiharbeit

    Warum auch immer fällt mir in letzter Zeit das Wort LEIHARBEIT ins Auge.
    Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, einfach mal einen Eintrag aus einem Blog hier rein zusetzten, da man es nicht besser schreiben kann!

    Der ganz große Betrug mit der Leiharbeit

    In den letzten 20 Jahren ist das Machtverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern extrem aus dem Gleichgewicht geraten. Ein Merkmal sind die seit dem Jahr 2002 gesunkenen Reallöhne. Das bedeutet, Arbeitnehmer sind seit dem an der Steigerung der Produktivität, die diese zu einem Großteil zu tragen haben, nicht mehr beteiligt. Zudem rechnet niemand nach, welchem Einkommensverlust die Beschneidungen öffentlicher oder sozialer Leistungen (geschlossene Frei- oder Hallenbäder, Schulschließungen, geringere Leistungen der Krankenkassen etc.) entspricht.

    Milchmädchen FDJ-Sekretärinnen-Rechnung

    Ein Ergebnis einer solchen umfassenden Berechnung des tatsächlichen Einkommensverlustes der Arbeitnehmer könnte viele sehr munter machen... es sei denn, man behauptet, die gleichzeitig an Unternehmen und Heuschrecken gezahlten Subventionen würden (Laut Kanzlerin Merkel haben ja angeblich alle am Aufschwung partizipiert...) mal wieder denen zugerechnet, die davon gar nichts haben.

    Der ganz große Betrug mit der Leiharbeit

    Diese Rechnung betrifft aber nur jene, die noch fest angestellt ist. Verschwiegen wird die Tatsache, dass abertausende Arbeitnehmer manchmal legal, oft auch weniger legal aus dem einigermaßen gut bezahlten Job in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt wurden. Zum Beispiel bei Schlecker. Dort wurde den Mitarbeitern gekündigt, die Märkte dicht gemacht, "renoviert" und als "Schlecker XL" wieder eröffnet. In einer erstaunlichen Anzahl von Fällen mit den selben Mitarbeitern wie zuvor - nur hatten die dann einen Vertrag mit einer Leiharbeitsfirma aus Zwickau zu noch erstaunlicheren Konditionen.

    Motivationsfaktoren

    Die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter bekamen Verträge mit erstaunlichen Konditionen:
    • ca. 60% des alten Lohnes
    • kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld
    • deutlich weniger Urlaub
    • höhere Wochenarbeitszeit
    • unbezahlte Überstunden
    Das summiert sich insgesamt auf eine Verringerung der Lohnkosten von etwa 50% - je Beschäftigte(n)!

    Es kommt hinzu, dass die Mitarbeiter von Leiharbeitsunternehmen einen schlechteren Kündigungsschutz haben - in Fällen von Bedarfsschwankungen wird da auch recht rauhbeinig gekündigt, z.B. ist mir ein Fall bekannt, wo ein solches Unternehmen offensichtlich hunderten Mitarbeiter durch Telegramme am Weihnachtsabend kündigte. Und zwar fristlos.

    Gedacht war Leiharbeit einstmals, damit Unternehmen Bedarfsschwankungen, also Spitzenlasten auf Grund von Auftragschwankungen oder z.B. Produktionsumstellungen ausgleichen können. Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall: Viele Unternehmen bewältigen bereits die Grundlast mit Leiharbeitern, haben nur noch an neuralgischen Punkten eigene Mitarbeiter. Das selbst Staatskonzerne dabei mitmachen zeigt sich bei einem Blick zu VW. Auch die Prozessorschmiede AMD hatte in und um Dresden Mitarbeiter gefeuert, über Leiharbeitsunternehmen wieder eingestellt und neben der - auf Unternehmensseite - verbesserten Lohnstückkosten, gab es Arbeitsklamotten in einer anderen Farbe als für die eigenen Angestellten: "Wer nicht kuscht trägt bald orange!" könnte eine, das Betriebsklima würzende Äußerung gewesen sein.

    Das gestörte Machtverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

    Wer eine solche unterbezahlte Arbeit annehmen muss, der steht unter erheblichen Zwang. Das allein reicht, um von einem schwer gestörten Machtverhältnis auszugehen und dass das "Hartz VI"-Programm vom ehemaligen VW-Personalverantwortlichen Peter Hartz geschnürt wurde zeigt deutlich, das hier just die Interessen der Arbeitgeber bedient wurden - und zwar einseitig. Denn es ist "Hartz IV", welches die Arbeitnehmer zwingt auch prekäre Arbeitsverträge anzunehmen - sogar dann wenn die Bezahlung die Lebensunterhaltkosten nicht deckt.

    Die gesetzliche Grundlage

    Gesetzliche Grundlage der Leiharbeit an sich ist das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Das hat offensichtliche Designprobleme, die zu einem rabiaten Umgang mit den Arbeitnehmern führen. Einer ist der Mangel an Kündigungsschutz, der andere jeglicher Mangel an Garantien. Wer schreit schon danach, wenn ein paar hundert Leiharbeitnehmer gar nicht bezahlt werden, weil die Mini-**** (die für ihren Betrieb nur ein Büro mit Tischen, Stühlen, Aktenschränken und Computern braucht) pleite ist?

    Der Betrug
    • Leiharbeitnehmer tragen also einen erhöhten Anteil des geschäftlichen Risiken des "sie beschäftigenden" Unternehmens.
    • Leiharbeitnehmer müssen wesentlich flexibler reagieren.
    • Leiharbeitnehmer haben mehrere Chefs, was das Konfliktpotential wesentlich erhöht.
    • Leiharbeitnehmer können gar nicht den Erfahrungsschatz sammeln, den ein dauerhaft Beschäftigter sammeln kann, was dazu führt, dass diese für die gleiche Produktivität höhere Anstrengungen aufwenden müssen.
    • Leiharbeitnehmer werden entsprechend vorliegender Qualifikation (Facharbeiter, Ingenieur) auffallend oft zwar eingesetzt - aber nur als "Hilfskraft bezahlt".
    • Manchmal hört man, dass Leiharbeiter eine Abwesenheitspauschale bekämen. Diese wird aber durch die Kosten der Abwesenheit vom Wohnort aufgefressen, der Mehraufwand für die Arbeitswege wird dadurch gar nicht getragen, es ist auch gerade nicht selten, dass die Unternehmen von den Arbeitnehmern verlangen, dass diese sich am Arbeitsort mit Hauptwohnsitz melden und umgehen so die Zahlung. Auf der anderen Seite wird diese Abwesenheitspauschale bei den Lohnverhandlungen schon mit eingepreist.
    Das kann, wie im Fall Schlecker, eigentlich nur funktionieren wenn die Unternehmen den Mitarbeitern die Unterschrift unter solche Verträge gemeinschaftlich abpressen. Es ist die Schuld der Bundesregierung, dass dies überhaupt geht.

    Der große Selbstbetrug
    • Die verdeckten Kosten - die dadurch entstehen, dass Leiharbeiter absolut und relativ unterbezahlt sind, mies behandelt werden, sich oft in Konflikten durch mehrere Chefs befinden und sich der jederzeit bestehenden Möglichkeit, schuldlos gefeuert zu werden, bewusst sind - die stehen nicht in den schicken Excel-Tabellen und PowerPoint-Präsentationen der Betriebswirte. Ein Leiharbeiter muss nicht erst den Prozess zur inneren Kündigungdurchlaufen, das ist mit dem Vertragsabschluss schon erledigt. Falls nicht, dann spätestens mit dem ersten geplatztem Traum einer Festanstellung.
    • Nie wird ein Unternehmen Erfolg haben, dessen Mitarbeiter kein Interesse am Unternehmen, keine Aufstiegsmöglichkeiten und keine Einbindung in eine innerbetriebliche Gemeinschaft haben. Beispiel? Erst seit es dort massiv Leiharbeit gibt stehen bei VW in Wolfsburg auch PKW von Opel, Mazda, Ford oder Fiat auf dem Werksparkplatz - und zwar ohne das der Fahrer sich geniert. Bei der Konkurrenz ist es genau so.
    Leistung soll sich lohnen - Das gilt nicht für alle in der asozialen Marktwirtschaft

    Das Leistung sich lohnen soll gilt wohl nur die Erfinder und Ausnutzer der Leiharbeit, die sich oft genug - ohne jedes Risiko - Millionengehälter in die Taschen stopfen. Manager, denen außer Kostendrücken mit bewährten und bekannten Methoden (also dem Stumpfsinn schlechthin) nichts einfällt. Selbst Manager, die ein Unternehmen in Grund und Boden fuhren (ich erinnere an den Fall des Kostendrückers Lopez, der Opel beinahe kaputtgespart hatte) erhalten dafür noch Belohnungen, die es erlauben würden tausende Arbeitnehmer jahrelang ordentlich zu bezahlen[¹] und mit Zuckerbrot statt mit der Tayloristischen Peitsche zu motivieren. Die Frage ist, warum Leiharbeitnehmer eigentlich nicht - wegen des von ihnen erwarteten Mehraufwandes - statt der 50-65% einen Mindestlohn in Höhe vom z.B. 125% des üblichen Branchenlohnes bekommen. Angemessen wäre es.

    Nur passieren wird es nicht, solange die, die den Lohn drücken wollen, auch direkt in den Parlamenten sitzen oder die Kaviarfresser in Bonn und Berlin mit dem großen Löffel füttern oder - das Beispiel "Peter Hartz 4" zeigt es - wirtschaftlich Interessierte, sprich der Unternehmensvertreter Peter Hartz, die Regierung ganz offiziell beraten - und die wirtschaftliche Mehrheit mehr zählt als die demokratische.

    ¹] Eine Million Euro reichen - ohne Zinsen - aus, um einem Arbeitnehmer 500 Monate(=42 Jahre) lang 2000 Euro Lohn zu zahlen. Aber allein von den Zinsen kann man den Lebensunterhalt eines Arbeitnehmers finanzieren, selbst dann wenn man mit einen Teil der Summe den Kapitalstock erhöht um einen Inflationsausgleich zu schaffen. Bei dieser Rechnung ist die ursprüngliche Million mit voller Kaufkraft selbst am Ende des Lebens noch verfügbar. Ich bin nicht bereit zu glauben, dass jemand - irgendjemand - ehrlich behaupten kann, seine Leistung wäre soviel wert, dass er am Ende eines Jahres mit ehrlichem Gewissen behaupten kann, er habe diese Summe verdient. Bekommen ist nämlich nicht verdient, der Rest steht in der Überschrift.
    Quelle: fastix.blogspot.com

    Manch anderer, wie auch ich, hätten es so nicht besser schreiben können.


  2. #2
    Forbite

    AW: Abzocke Leiharbeit

    WOW....warum gehen Menschen als Leiharbeiter arbeiten, wenn Sie mit Hartz4 mehr Gled zum Leben hätten!
    Schwache Leistung Vater Staat!

    Neue Hartz-IV-Studie : In diesen Branchen lohnt sich Arbeit nicht mehr! - Politik - Bild.de

    Ich bin der Meinung, gleiches Geld für gleiche Arbeit!

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