Aktuell erhalten zahlreiche Damen namens “Anneliese” von “Callux Forderungsmanagement” aus Dresden (Geschäftsführer: Dr. Sören Weber) Briefe mit der Aufforderung, offene Forderungen aus “Call by Call, Telefonvorwahl, Sparvorwahl” zu begleichen.
Diese Schreiben sind äußerst dubios. So sieht es zunächst noch wie ein merkwürdiger Zufall aus, dass in allen Fällen – die der Verbraucherzentrale vorliegen – entweder ein Betrag von 17,26 € oder von 35,20 € gefordert wird. Als Hauptforderung für die Call-by-Call-Nutzung werden jeweils entweder 3,78 € oder 19,14 € berechnet, hinzu kommen Zinsen und die Inkassokosten von 12,85 €.
Die Verbraucherzentrale Berlin hat seit gestern schon über 40 Fälle gesammelt.
Endgültig zweifeln lässt jedoch die Tatsache, dass alle (!) angeschriebenen Verbraucherinnen “Anneliese” mit Vornamen heißen, dass bei allen die identische Vorgangs- oder Kundennummer (K/012-550) verwendet wird und dass es in allen Fällen um eine “Offene Forderung vom 12.10.2006″ geht.
Komplett verschwiegen wird hingegen, wer der „Call-by-Call“-Anbieter ist, den die betroffenen Verbraucherinnen genutzt haben sollen.
Einige der Damen haben bereits bei der Telekom nachgefragt. Deren Hinweis war eindeutig: “Das ist Betrug, zahlen Sie nicht. Sie haben eine Einzugsermächtigung und alle unsere die Rechnungen immer bezahlt. Offene Call-by-Call-Rechnungen kann es also nicht geben.”
Auch die Verbraucherzentrale Berlin rät: Nicht zahlen!
Nun stellt sich die Frage, warum Callux offenbar ausschließlich Verbraucherinnen mit dem Vornamen “Anneliese” anschreibt. Denkbare Erklärung wäre, dass so vor allem ältere Damen heißen und Callux sich vielleicht verspricht, diese Klientel besonders leicht einschüchtern zu können.
[via Verbraucherzentrale Berlin]
Nachtrag: Auch die Polizei Bielefeld warnt in einer Pressemitteilung bereits vor den Briefen von Callux. In der Neuen Westfälischen Zeitung wird der Polizeisprecher Martin Schulz mit der Aussage zitiert
Hinter der angegebenen Adresse versteckt sich eine polizeibekannte Person
Die Verbraucherzentrale Berlin hat inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Dresden Strafanzeige erstattet.