1. Handy-Payment (I) – So funktioniert´s

Bevor er vollen Zugriff auf das Angebot bekommt, wird der Besucher einer Website dazu aufgefordert, seine Handy-Nummer in eine Maske einzugeben. Danach erhält er per SMS einen Zugangscode aufs Mobiltelefon. Tippt er diesen nun auf der Seite ein, öffnet sich für ihn das Tor zum gewünschten Angebot. Zudem landen weitere Kurznachrichten auf dem Handy, mit denen bestätigt wird, dass ein Vertrag zustande gekommen ist. Außerden wird auf die Kündigungsmodalitäten hingewiesen. Die anfallenden Kosten werden über Ihre Handy-Rechnung eingezogen.

2. Handy-Payment (II) – Die Kosten

Das klingt harmlos, birgt aber ein enormes finanzielles Risiko. Denn oft schließen Kunden unwissentlich einen Abo-Vertrag ab. Dabei wird - abhängig vom jeweiligen Buchungsintervall - der Service-Betrag regelmäßig eingezogen. Der Betrag kann bis zu 9,99 Euro betragen - und das häufig alle drei Tage oder sogar täglich, so dass sich die Kosten auf bis zu 100 Euro im Monat belaufen können.

3. Mehrwertnummern

Im Internet findet sich eine große Auswahl von Anbietern, die etwa Klingeltöne gegen Bezahlung zum Download anbieten. Die Bestellung läuft häufig über eine 0190-8-Mehrwertnummer. Der Anruf aus dem Festnetz kostet 1,86 Euro pro Minute - erfolgt der Anruf per Handy, kann der Minutenpreis je nach Mobilfunkanbieter sogar bis zu 2,90 Euro betragen. Dubiose Anbieter tun deshalb alles, um Sie durch langatmige Ansagen, Wiederholungen und zahlreiche Eingaben möglichst lange in der Leitung zu halten. Leicht werden Sie so einen zweistelligen Euro-Betrag los.

4. Dialer

Einige Anbieter lassen sich sogar den Besuch ihrer Sound-Seiten teuer bezahlen. Klicken Sie etwa auf einen Link namens “Polyphone Töne“, bekommen Sie nur "vollen Zugriff" auf das Angebot, wenn Sie das "Zugangstool nutzen". Dahinter verbirgt sich ein Anwählprogramm (Dialer). Statt mit Ihrer regulären Verbindung surfen Sie damit für 1,86 Euro pro Minute im Internet. Je länger Sie das Tool nutzen, desto teurer wird's. Für den gewählten Sound müssen Sie dann häufig noch zusätzlich per Premium-SMS bezahlen – oft 1,99 Euro pro Nachricht.

5. Klingelton-Abo

Ihre Klingelton-Abos bewerben Anbieter wie Jamba gezielt mit Spots auf TV-Kanälen mit jugendlicher Zielgruppe. Auf der Jagd nach den aktuellen Handy-Hits für „nur 2,99 Euro" übersehen die Jugendlichen jedoch leicht das Kleingedruckte auf dem Bildschirm, das es in sich hat. Denn die Klingeltöne werden nicht einzeln, sondern im Abo verkauft. Dieses lässt sich dann nur über eine spezielle SMS-Nachricht an eine Kurzwahlnummer stoppen. Eine umstrittene Methode des Kundenfangs, auf die große Musiksender jetzt reagiert haben: Wie der „Spiegel“ berichtet, wollen MTV und VIVA die Spots ab Oktober nicht mehr zwischen 16 und 24 Uhr senden.

6. „Was guckst Du“ aufs Handy

Kaum ein TV-Format, ob GZSZ, Big Brother oder Was guckst Du?!, kommt ohne eigenen Klingelton, Logo oder Spiel zur Show aus. Dazu werden den Fans die „heißesten Infos und News" zu Ihren Liebling-Stars und Sendungen offeriert - zu Preisen zwischen 0,39 und 0,99 Euro pro Nachricht. Auf den Internetseiten der TV-Serien und -Shows wird ebenfalls für die teuren Services geworben: Auf der RTL2-Hompage kostet der aktuelle Big-Brother-Titelsong als Handy-Sound stolze 4,22 Euro – und damit fast doppelt so viel wie üblich.

7. Tele-Voting

Das schon erwähnte TV-Format Big Brother ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie per Tele-Voting Kohle gemacht wird. Dabei werden die Zuschauer während der Sendung regelmäßig zur Abstimmung per Telefon aufgefordert. Diese Votings laufen über extra geschaltete 0137-Rufnummern. Wer etwa bei Big Brother einen geliebten Kandidaten im Dorf behalten will, den kostet das laut Einblendung 0,49 Euro pro Anruf. Das gilt jedoch nur für Festnetzanrufe. Beim Handy-Anruf kommt noch ein kräftiger Aufschlag des Mobilfunkbetreibers hinzu. Dadurch rutscht der Voting-Preis leicht bis an die 1-Euro-Grenze.

8. TV-Gewinnspiele

Anrufen und gewinnen: Das versprechen Quiz-TV-Sender wie 9Live. Die dort veranstalteten Gewinnspiele sind für die Teilnehmer mit einem hohen Kostenrisiko verbunden. Denn wer sich per Handy bei den Call-in-Shows beteiligt, zahlt ebenfalls einen Aufschlag zum 0137-Festnetzpreis. Besonders ärgerlich: Jeder Anrufer muss blechen - und nicht nur, wer zum Moderator durchgestellt wird.

9. Teurer Handy-Flirt (I)

Mit 0190-Nummern haben Erotik-Anbieter jahrelang ihre Sex-Hotlines beworben. Viele stellen ihr Angebot jetzt auf die Bezahlung per Premium-SMS um. Statt der Telefonnummer zeigen sie nun eine Aufforderung zur Kontaktaufnahme per SMS an eine eingeblendete fünfstellige Kurzwahl. Dafür muss der SMS-Talker meist zwischen zwei und drei Euro pro Nachricht locker machen und erhält dann eine "hocherotische" Botschaft von der Stange aufs Handy zurück. Einige Erotik-SMS später ist der Nutzer dann um einen drei- bis vierstelligen Eurobetrag ärmer.

10. Teurer Handy-Flirt (II)

Was per TV klappt, funktioniert auch übers Internet. Flirts, Chats und heiße Dates: Auf unzähligen Online-Seiten suchen angeblich Hunderte von Girls und Boys Anschluss. Und damit's so richtig echt wirkt, werden die Schönen häufig im Bild eingeblendet. Ein Klick darauf liefert neben einem mehr oder weniger realistischen Profil einen SMS-Code und die fünfstellige Kurzwahl - von da an wird´s teuer.

Quelle: vorsicht-falle.net